Original Yang Style

Das Besondere

Cheng Man Ching schrieb in einem seiner Bücher "Es gibt keine Geheimnisse". Dem können wir nach einigen Jahrzehnten Erfahrung im Authentischen Yang-Stil nur widersprechen. Das Geheimnis liegt nicht nur im fleißigen Üben. Wer die wertvolle mündliche Überlieferung nicht erhalten hat, wird laut Meister Yang Cheng Fu auch nach 50 Jahren Üben nicht das "Chi" verwirklichen und die positiven Effekte des Tai Chi Chuan an sich erleben können.

Das Wesen des Authentischen Yang-Stils sind diese "Geheimnisse", tiefe Einsichten in die die Prinzipien von Atmung, Bewegung und inneren Energieflüssen, sowie eine ausgeklügelte Didaktik, die bis heute ausschließlich mündlich tradiert wurden und in keinem Buch nachzulesen sind.

Als Schule der International Tai Chi Chuan Association (ITCCA) haben wir das erklärte Ziel, die immer noch kaum bekannte innere Tradition der Yang-Familie an Interessierte weiterzugeben. Diese Tradition umfasst die folgenden Elemente und Übungsmethoden:

Meditatives Stehen

Das Meditative Stehen des Authentischen Yang-Stils war früher ein Familiengeheimnis und wurde nicht einmal der Kaiserfamilie (deren persönliche Trainer die Meister der Yang-Familie waren) vermittelt!

Es vermittelt die offene, aufrechte Körperhaltung, die sich dann in Bewegung in der Tai Chi Chuan Form manifestiert. 

Diese Haltung gewährleistet, dass die Lebensenergie Chi frei fliessen kann, mit vielen Positiven Auswirkungen auf die Atmung (frei!), die Psyche (Ruhe, Selbstvertrauen, den Hormonhaushalt (Stressreduktion) und den Bewegungsapparat. 

Regelmäßiges Stehen hebt das allgemeine Energie-Niveau!

Prinzipien

Tai Chi basiert auf den Prinzipien des Taoismus und ist sozusagen deren konkreter Ausdruck. Die Bewegungen und Positionen sind nicht beliebig, sondern werden durch diese Prinzipien so ausgeformt, wie wir sie ausführen. Yin und Yang, Himmel und Erde, Quadrat und Kreis, Yi und Chi, bleiben also keine abstrakten Begriffe, sondern sind für die Praxis essentielle und konkret umsetzbare Konzepte.

Vertiefungsstufen

Der Authentische Yang-Stil kennt viele sogenannte "Vertiefungsstufen", diese gehören zu den oben erwähnten "Geheimnissen", die nur innerhalb der Familie weitergegeben wurden. Hier geht es um die korrekte Atmung in Kombination mit den Bewegungen, die Arm- sowie die Beinspiralen, die Yin-Yang Verhältnisse im Körper in jeder Haltung, die richtige Arbeit mit der "Intention", dem "Yi", und noch einiges mehr.

So kann man sich Schritt für Schritt einem immer besseren Verständnis für die energetisch wirksame Bewegung annähern.

Einige der wichtigsten Vertiefungsstufen sind:

Waffenformen

Die Waffen im Original Yang Style sind das Schwert, der Säbel und der Langstock. Die Waffen intensivieren den Energiefluss, vermitteln einem ein besseres Verständnis mancher Vertiefungsstufen und man lernt, die Waffe in das körpereigene Energiesystem zu integrieren.

Partnerübungen

Es gibt verschiedene Partnerübungen im Original Yang Style: mehrere Formen von Pushing-Hands (Schiebende Hände, tui shou) und Ta Lu ("Großes Ziehen"), sowie die Fighting-Formen mit und ohne Waffen.

Die Partnerübungen verfestigen die energetischen Haltungen und schaffen ein besonderes Gespür für die Bewegung und die Energie des Partners. Sie sind auch als Vorbereitung für die Selbstverteidigung zu verstehen.

Die Partnerübungen selbst stellen keinen Wettkampf dar, sondern sollen ein kooperatives, harmonisches Üben von speziellen Fertigkeiten ermöglichen.

Selbstverteidigung

Die Selbstverteidigung stellt ein Ziel im Tai Chi Chuan dar, aber wie es so schön heißt: "Der Weg ist das Ziel". Ist man einmal so weit gekommen, dass man Tai Chi zur Selbstverteidigung anwenden kann, erscheint einem dieser Aspekt wahrscheinlich nicht mehr wesentlich.

Um sich besser verteidigen zu können, erlangt man durch das meditative Üben der Form und die Partnerübungen die Fähigkeit, ruhig und aus seinem Zentrum heraus zu agieren auch wenn man angegriffen wird. Diese Fähigkeit kommt einem natürlich auch in anderen Situationen zugute, es verhilft einem auch zu größerer Gelassenheit und damit Handlungsfähigkeit in Situationen, in denen man mit nicht-körperlicher Aggression konfrontiert ist.